Wirkung nach außen

Zum ersten mal seit langer Zeit wurde ich wieder als Begleiter für eine Exkursion eingeteilt. Aus pädagogischer Sicht ist soetwas immer eine super Möglichkeit alltägliche Themen in ihrer „natürlichen Umgebung“ kennen zu lernen, auch wenn so etwas immer mit einem hohen Organisationsaufwand und strapazierten Nerven verbunden ist. Was mir dieses mal besonders augefallen ist, ist die Wirkung der Klasse und des Lehrerberufs nach außen. Zwei Beispiele:

Der Hinweg musste mit öffentlichen Verkehrsmitteln bestritten werden. Bereits beim Einsteigen in den Bus wurde die gesamte Klasse neugierig begutachtet. Zum Teil konnte man die Abneigung einiger Fahrgäste gegen unsere Schüler sehr genau sehen. Eine nette, ältere Dame machte aus ihrer Neugier keinen Hehl und sprach mich an.

„Sind Sie deren Lehrer?“ Sie nickte in Richtung einer Gruppe Schülerinnen.

„Ja, genau.“

„Ooooh.“ Sie guckt mich mitleidig an.

„Es ist schwer, nicht?“ Ich schüttel ungläubig den Kopf und versuche ihr kurz zu erklären, dass das alles wirklich nette, freundliche junge Menschen sind. Aber das scheint die nette Dame nicht hören zu wollen und beendete das Gespräch, in dem sie ihren Kopf zum fenster dreht.

Natürlich reagierte nur ein Teil der Mitmenschen so extrem, aber ich war etwas erschüttert, dass unsere Aufgabe für manche Menschen scheinbar bemittleidenswert ist.

Auch die Schüler nahmen, wenn sie nicht gerade in den Geschichten über das letzte Wochenende vertieft waren, die Reaktionen war und reagierten wiederum auf ihre Weise. Während einige die gesamte Umwelt zu ignorieren schienen, verhielten sich andere extremer, indem sie beispielsweise dafür sorgten, dass auch alle ihre Geschichten zu Ohr bekommen. Ein für Jugendliche typisches Verhaltensmuster.

Am Lernort angekommen wurden wir von einem sehr freundlichen Herren empfangen. Er war sehr offen und erfreut „mal keine Klasse aus dem Gymnasium“ zu Besuch zu haben. Dennoch schien auch er Befürchtungen zu haben. Als die begleitende Lehrerin der Klasse eine Sicherheitseinweisung gab, nutzte sie die gute Stimmung und verlieh dem ganzen einen ironischen Unterton. („Wenn wir unser Feuerzeug benutzen, sorgen wir dafür, dass wir dies Nah an einem Benzintank tuen, damit es zu einer schönen Verpuffung kommt.“). Dieser Leiter der Einrichtung schien den Schülern aber nicht zuzutrauen, das ganze nicht wörtlich zu nehmen und schritt beherzt ein („Nein, Nein! Das kommt mir hier nicht vor! Auf keinen Fall ein Feuer entzünden!“) und erntete dafür hämische Blicke der gesamten Klasse.

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