Nur ein Halbtagsjob

Wer kennt es nicht, das bekannte Vorurteil: Lehrer haben doch nur einen überbezahlten Halbtagsjob. Dabei unterschätzen viele Außenstehende, wie groß der Anteil der Vor- und Nachbereitung ist. Eine kleine Rechnung meiner Arbeitszeit:

Ich bin an den meisten Tagen von 8 Uhr bis 13 Uhr in der Schule anzutreffen. Dies beinhaltet sowohl die Hospitations-, als auch die selbstständigen Schulstunden. Lässt man noch den Nachmittagsunterricht mit einfließen, macht dies 25 Stunden Präsenz pro Woche.

Zur Zeit unterrichte ich 5. Klassen, mit ingesmamt sieben Unterrichtsstunden selbstständig. Die Planung einer Unterrichtsstunde (45 min), inkl. das Erstellen aller Arbeitsmaterialien, dauert im Schnitt zwei Stunden. Ergibt 14 Stunden Planung pro Woche.

Hinzu kommen dann noch 3 Stunden Begleitseminar in der Universität, gelegentliche Konferenzen und Besuch von Unterricht an anderen Schulen. Also ca. 4 Stunden pro Woche.

Am Ende der Woche habe ich also mindestens 42 Stunden gearbeitet. Nun braucht man für manche Unterrichtstsunden eine noch längere Planungsphase, wenn in der Vorbesprechung der Plan verworfen wird, die Experimente und didaktische Reduktion zu umständlich sind oder ein Unterrichtsbesuch ansteht, sodass bei mir schon jetzt eine 50-Stunden-Woche keine Seltenheit sind.

Nun nimmt zwar später im „echten“ Berufsleben die Planung und Nachbereitung des Unterrichts pro Stunde ab, hinzu kommt aber eine doppelte Anzahl an Unterrichtsstunden, sowie Eltern- und Schülerarbeit und die Korrektur von Lernzielkontrollen und Klassenarbeiten. Eine Menge Arbeit kommt als noch auf mich zu.

Nun ist in der Physik Arbeit die Energie die man für etwas in einer bestimmten Zeit aufwendet. Und wenn man sich bewusst ist, wofür man seine Energie und seine Zeit opfert, und dies eine gute Sache ist, die einem noch Spaß bringt, dann ist mir keine Arbeit zu viel.

In diesem Sinne verabschiede ich mich, um mich wieder voll und ganz auf meine Arbeit zu stürzen. 😉